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Projekt Vision Y - Was wahren Fortschritt ausmacht

Studenten der Münchner Universitäten entwickeln ihre Vision einer erstrebenswerten Zukunft

Täglich werden unzählige "innovative" Produkte angepriesen, "neue" wissenschaftliche Erkenntnisse gefeiert und politische Initiativen als Fortschritt gefeiert: jetzt noch besser, noch sparsamer, noch leistungsfähiger. Werbung und PR versprechen Dinge, die angeblich die Menschen glücklicher und die Welt besser machen. Der amerikanische Essayist Nassim Taleb meint dazu, häufig sei es ein größerer Fortschritt, dem Neuen abzuschwören und bewussten Verzicht zu üben. 

"Fortschritt ist nur möglich, wenn man intelligent gegen die Regeln verstößt"

...sagte der deutsche Regisseur Boleslaw Barlog. Wir lasen dieses Zitat und dachten: Da ist etwas dran. Wer nicht hinterfragt, was allgemein für richtig gilt, kann keinen Fortschritt erzielen. Und plötzlich stand die Frage im Raum: Was bedeutet überhaupt wahrer Fortschritt? 

Das MLI verfolgt das Ziel, in Pro-Bono-Projekten essenziellen Leadership-Fragen auf den Grund zu gehen. Wer sich neugierig und offen grundsätzlichen Fragen stellt, entdeckt neue Marktnischen, Geschäftsmodelle und Möglichkeiten, die Nutzen schaffen. Beim Kaffee im Büro von Prof. Isabell Welpe, die an der Technischen Universität München Strategie und Organisation lehrt, kamen wir auf die Idee, gemeinsam mit den Studenten des Center of Digital Technology and Management (CDTM) dieser Frage nachzugehen. Das CDTM ist tatsächlich einzigartig: eine gemeinsame Initiative der beiden Münchner Exzellenz-Universtäten TUM und LMU, ein freiwilliger Graduiertenlehrgang, dessen Inhalte sich auf Unternehmertum und Leadership konzentrieren. Das CDTM wird von Doktoranden und Studenten autonom geleitet; die Studenten arbeiten vor allem in umsetzungsorientierten Projekten mit Partnern aus der Wirtschaft. Möglicherweise ein echter Fortschritt in der deutschen Bildungslandschaft. 

Wir tauften das gemeinsame Projekt "Vision Y". Darin erkundeten wir nach dem MLI Blue-Ocean-Discovery-Ansatz, was aus Sicht der Generation, die heute auf dem Sprung ins Berufsleben steht und das Arbeitsleben vor sich hat, eine erstrebenswerte Zukunft ausmacht.

Das Projekt "Vision Y" besteht aus vier Säulen: 

1.) Erkundung: Was bedeutet Fortschritt?

Wir beschlossen, Entscheider und Vordenker, die das derzeitige Bild von Fortschritt prägen, nach ihren Vorstellungen zu befragen. Hierzu luden wir sie ein, in Tiefeninterviews ihre ganz individuellen Vorstellungen von Fortschritt mit uns zu teilen.

Das Interesse am Projekt war groß. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte unser Engagement und sagte höflich ab, aber die folgenden Persönlichkeiten teilten ihre Erkenntnisse und außerordentlichen Perspektiven mit den Studenten:  Muhammed Yunus, Nobelpreisträger und Wegbereiter der Mikrokredite, Frank Schätzing, Bestseller-Autor, unter anderem von "Der Schwarm" mit mehr als 4 Millionen Auflage, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der Zukunftsforscher und Club-of-Rome-Mitglied Prof. Franz-Josef Radermacher, Juliana Rotich, TED-Speakerin und afrikanische Sozialunternehmerin,  Gabriele Fischer, Herausgeberin des Wirtschaftsmagazins brand eins, Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger deutscher Umweltminister und Executive Director des UN-Umweltprogramms, Bill McDermott, CEO des größten deutschen Software-Unternehmens SAP, Thomas Sattelberger, ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom, Prof. Isabel Welpe, Lehrstuhl für Strategie & Organisation an der TUM, Prof. Patrizia Nanz, Expertin für Partizipationskultur, Christian Göttsch, der Gründer des erfolgreichen Start-ups Experteer, Roberto Nicastro, Deputy CEO der Bankengruppe UniCredit, Prof. Dong Qui, Vizepräsident der Tongji-Universität Shanghai und Kulturattaché an der Chinesischen Botschaft in Berlin, Michael Kretschmer, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion, Prof. Klaus Sedlbaur, verantwortlich für das Projekt "Morgenstadt" des Fraunhofer-Institutes, Ayt Gupte, stellvertretender Botschafter Indiens in Deutschland, Stephanie Czerny, Gründerin des weltweiten Innovations-Netzwerkes Digital Life Design (DLD), Franziska Brandtner, Bundestagsabgeordnete der Grünen, Ernst-Dieter Rossmann, SPD-Bundestagsabgeordneter und Sprecher der Arbeitsgruppe "Bildung und Forschung".

Unsere Gesprächspartner wurden von den CDTM-Mitgliedern nach der MLI Corporate Clarity Methode befragt. Alle bekamen die gleichen offenen Fragen zum Thema gestellt. Während der Interviews achteten wir darauf, dass sie anschaulich und bildhaft beschrieben, was sie meinten. Manch ein persönliches Gespräch dauerte bis zu drei Stunden, ob in der Münchner "Reitschule", der Indischen Botschaft oder der "Weltbühne" in Hamburg. Mit Bill McDermott telefonierten wir, während er im Flugzeug saß. 

Wir danken unseren Inputgebern von ganzem Herzen. Sie haben uns einen vielseitigen Einblick in das Thema eröffnet, das ein immenses Potenzial an Erfahrungen und Wissen birgt und so vielfältige Aspekte des Themas beleuchtet. Ihre Aussagen wurden systematisch nach ihrem Bedeutungsgehalt verglichen. Dabei fanden wir heraus, dass trotz die fundamentalen Erkenntnisse spannende Gemeinsamkeiten bergen. 

2.) Gestaltung: Die Vision einer erstrebenswerten Zukunft

Inspiriert vom Input der Vordenker entwickelten die Studenten des CDTM in einem interaktiven Workshop im Dynamic Facilitation-Verfahren ihre eigene Vision einer erstrebenswerten Zukunft. Das Verfahren nutzt die kollektive Intelligenz der Gruppe und vermeidet dialektische Diskurse. Ständig geht es hin und her: Einzelreflektione, der Austausch und die Arbeit in Kleingruppen, dann Präsentation und Diskussion im Plenum und der anonymen Bewertung und Priorisierung durch die Teilnehmer. Die Perspektiven wechseln: Was, wenn alles möglich wäre? Warum kann es nie klappen? Und wie ist es doch möglich? Die Teilnehmer werden aktiv eingeladen, ihre eigenen Annahmen zu hinterfragen, Perspektiven zu wechseln und bisherige Grenzen im Denken zu überwinden. Eine Alumni des CDTM sagte, sie käme sich vor wie eine "intellektuelle Legehenne". Und verstand das durchaus als Kompliment für die Veranstaltung. Der Kampf um Standpunkte wird vermieden, jeder Standpunkt wird akzeptiert und gewürdigt. Die Moderation folgt der Schule des Denkens, nimmt bewusst bestimmte Haltungen ein und greift auf, was bislang erarbeitet wurde. Die Teilnehmer waren beeindruckt von den Ergebnisse, die in nur zwei Tagen erarbeitet. Sie hatten gemeinsam eine Sichtweise darüber entwickelt, was Fortschritt bedeutet, woran man ihn erkennt, wie eine Welt aussehen wird, in welcher sich Fortschritt verwirklicht hat, und welche Initiativen und Verhaltensweisen nötig sind, um heute die Grundlagen für eine solche Zukunft zu legen. Ein echtes Gemeinschaftswerk. 

Die Intelligenz der Gruppe nutzen: Rapid Facilitation

3.) Inspiration: Das gemeinsame Leitbild vermitteln

Die auf dem Vision-Y-Workshop entwickelte Vision wird nun als Strategiekarte visualisiert. Sprache ist häufig abstrakt, lässt Raum für Interpretationen und Missverständnisse. Das ist ein Hauptgrund für die meisten Konflikte - man redet aneinander vorbei. Deshalb wird ein Bild gezeichnet, das die gemeinsame Vorstellung der Gruppe zum Ausdruck bringt und auch mögliche Unterschiede zur Haltung der befragten Vordenker verdeutlicht. Es enthält verbindlich alle Aspekte, die aus Sicht der Gruppe wichtig sind, aber jeder kann sie sich in seiner Spache erschließen. Ein Vorteil der bildhaften Vermittlung im Vergleich zur textlichen ist: text ist sequenziell. Ein gutes Bilder hingegen vermittelt auf einen Blick die entscheidenden Zusammenhänge und Wirkungsweisen. 

Logo der Münchner Leadership Konferenz

Die bisherigen Erkenntnisse und Inhalte der Interviews zum Thema "Fortschritt" werden auf einer eigenen Webseite unter www.voices-of-leadership.org veröffentlicht. 

Auf der Münchner Leadership Konferenz am 5. März 2015 wird die Vision-Y der Öffentlichkeit vorgestellt und einem "Reality Check" unterzogen. 

4.) Auszeichnung: Vordenker prämieren

Im Rahmen des Projektes "Vision Y" wird der erste Deutsche Vordenkerpreis verliehen. Er geht an eine Persönlichkeit, die mit Ihrem Denken und Handeln aus Sicht der Studenten wahren Fortschritt ermöglicht und die Lebensverhältnisse der heutigen Generation Y maßgeblich geprägt hat.

Information: Sie sind eingeladen!

Wenn Sie an einer Teilnahme an der Münchner Leadership-Konferenz 2015 interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Die Anzahl der Teilnehmer ist limitiert. Die Veranstalter achten bei der Vergabe der Plätze auf eine attraktive Mischung aus heutigen Top-Entscheidern und jungen Talenten, aus Vertretern verschiedener Perspektiven und Disziplinen.

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